Elektromobilität: wo stehen wir?

Aus dem Jahresrapport 2022 von Swiss eMobility: Wachstum von e-Fahrzeugen fortgesetzt:

Auch 2022 ist der Anteil Elektroautos (Fahrzeuge mit Stecker) weiter gestiegen. Jeder vierte Neuwagen kann am Netz geladen werden (Marktanteil 24.3%). Die Zunahme ist nun alleine auf die rein elektrischen Autos (BEV) zurückzuführen. Mit dem Tesla Model Y war das meistverkaufte Fahrzeug erneut ein Stromer. Im Europäischen Vergleich fällt die Schweiz bei der Elektrifizierung weiter zurück. Demgegenüber wächst das öffentliche Ladenetz stärker als im Vorjahr.

Damit hat sich das Wachstum fortgesetzt und entspricht den Erwartungen

Von der gleichen Webseite stammt das Szenario 2035: Marktdurchdringung für Steckerfahrzeuge):

Der Marktanteil von Steckerautos bei den Neuwagen wird

  • 2025 zwischen 40% und 60%
  • 2030 zwischen 72% und 94%
  • 2035 zwischen 91% und 99% betragen.

Somit wird die Schweizer Personenwagenflotte

  • 2025 über 487‘000 bis 626‘000
  • 2030 über 1,3 Mio bis 1,8 Mio
  • 2035 über 2,4 Mio bis 2,9 Mio Steckerautos verfügen.

Durch die Elektrifizierung wird signifikant Energie gespart. Die Schweiz wird vom Importeur fossiler Energien bestmöglich zum Selbstversorger. Gegenüber 2019 muss dafür

  • 2025 zwischen 940 GWh/Jahr und 1‘200 GWh/Jahr
  • 2030 zwischen 2‘900 GWh/Jahr und 3‘900 GWh/Jahr
  • 2035 zwischen 5‘400 GWh/Jahr und 6‘700 GWh/Jahr mehr Strom produziert werden.

Was heisst das für ein mittleres Aargauer Dorf wie Kölliken?

Ganz grob auf die Einwohnzerzahl Köllikens heruntergerechnet (Annahme: 1/2000 der Schweizer Bevölkerung) entsteht damit bis 2035 ein Mehrbedarf von 2.7 bis 3.35 GWh Strom pro Jahr. Heute beträgt der Umsatz rund 26 GWh pro Jahr. Der zusätzliche Bedarf 2035 für den Umstieg auf e-Mobilität beträgt bei diesem Szenario also 10 bis 13%. Dies entspricht ungefähr dem Ertrag eines halben aktuellen Windkraftwerks.

Bonus 1

Das Klima gewinnt. Die Luft wird sauberer. Der Verbrauch fossiler Treibstoffe fällt rasch gegen Null. Heute brauchen wir pro Einwohner:in rund 650 Liter fossilen Treibstoff pro Jahr. Wir 4500 Kölliker:innen werden also zukünftig jährlich rund 7500 Tonnen CO2 nicht mehr via Auspuff in die Luft blasen.

Bonus 2

Unsere Handwerker bekommen Arbeit und investieren ihren Verdienst wiederum hier.

Bonus 3

Unser Geld bleibt hier und wandert nicht zu Putin oder in die islamistischen Golfstaaten oder nach Libyen.

Kommentar

In einer früheren Version hatte sich ein sehr grober Rechenfehler eingeschlichen. Da nur jede:r 2000. und nicht jede:r 200. Schweizer:in in Kölliken wohnt, ist der zusätzliche Strombedarf für die vollständige Umstellung auf e-Mobilität gegenüber heute nicht doppelt so hoch, sondern nur 10 bis 13% höher.

Veröffentlicht von Martin Bossard

Mensch. Engagierter Weltbürger. Schweizer mit Wiener Wurzeln. Kölliker.

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